GaultMillau 2010:

«Die Chefin kocht seit Jahren auf

höchstem Niveau - und ihre Kreativität

ist ungebrochen.
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Fangen wir am Schluss an: Nach einem Besuch bei Vreni Giger kommt man leicht und beschwingt nach Hause. Uns passierte das, nachdem wir das Fisch- und das vegetarische Menü genossen hatten. Wo, wenn nicht hier im Bio-Knospen-Lokal, erlebt man sonst eine erstklassige Vegi-Küche? Als Amuse-bouche gab's zweimal Sellerie - einen schaumigen Flan und ein Tatar mit Kräutern. Dann startete das Fischmenü mit einer leicht süsslichen, hauchdünn geschnittenen Bodenseeforelle, in Graved-Lachs-Manier aufbereitet, auf einer kräftig gebratenen Röstitarte: eine schöne Kombination. Die würzige Bouillabasse im Tässchen enthielt ordentlich viel Fisch. Ein paar kräftig grüne Bärlauchblätter bildeten den Boden unter dünn geschnittenen Jakobsmuscheln - auch das passte gut zusammen. Sehr gut gefiel uns auch der Hauptgang: Bodenseezander auf sämigem Risotto mit Stangensellerie. Der frische Sprossensalat als Auftakt des vegetarischen Menüs lag auf einem traumhaft guten "Kartoffelstampf" mit Sauerrahm. Die klassische Kombination von Spinat und Ei wurde wunderschön präsentiert: In einem Töpfchen lag das wachsweich gekochte Ei auf dem grünen Gemüse. Auch der Hauptgang - Ricotta-Bärlauch-Gnocchi - war von erster Güte.

Bei den Desserts liegen der Chefin die Savarins, die fast altmodisch anmutenden, mit Rum getränkten Biskuitringe, am Herzen. Diesmal wurden sie von frischer Ananas, Ananassorbet und Vanilleglace begleitet. Beim Wein folgten wir immer den Empfehlungen der Sommelière und waren mit dem Barrique-Blauburgunder von Anatina Pelizzatti aus Jenins sehr zufrieden (alle Flaschen unter 85 Franken werden übrigens auch glasweise ausgeschenkt).

Die Chefin kocht seit Jahren auf höchstem Niveau mit immer frischen biologischen Produkten, und ihre Kreativität ist ungebrochen. Doch ein wenig nervös sei sie schon mit Blick auf den 1. Oktober 2009, sagte sie. An diesem Tag wird das Ehepaar Lanz, die langjährigen Besitzer, den Jägerhof ganz in die Hände von Vreni Giger und ihrem Mann übergeben. Immerhin konnte Vreni als Mitbesitzerin ja schon einigen Jahre üben. Und Erfahrung in der Küche hat sie genug. Wir wünschen ihr viel Glück.

 

 



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