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GaultMillau 2012:
«Originell!»
Margritli, Gräser und andere Wiesenblumen schmückten die Tische
ganz ländlich – Vreni Giger selbst pflückt sie in der
nachmittagtäglichen Pause auf der Wiese bei ihrem
Haus oben im Appenzellerland. Einen
kleinen Blumentopf gab’s auch als Amuse-bouche: zwei knackige
Radiesli steckten in der „Blumenerde“: zerbröseltem Pumpernickel
auf einen rassig abgeschmeckten Kräuterquark. Originell!
Roastbeef-Rölleli, gefüllt mit Sauce tartare und dekoriert mit
Blumenkresse, Portulak sowie anderen Kräutern eröffneten das
eine Menu. Das andere begann mit einem
hervorragenden Couscous, als Taboulésalat mit Rüebli, Peperoni
und Erbsli versetzt und von einer gebratenen Riesencrevette
gekrönt. Es folgten eine schaumige
Rosmarinsuppe mit eigenwilligem Geschmack und eine kleine
Süsswasser-Bouillabaise mit Saibling und Zander aus dem
Bodensee; dazu gab’s Toast mit Rouille.
Die Morchelspaghettini lagen an leichter Rahmsauce. Die
köstlichen Kartoffelgnocchetti wurden von Jakobsmuschelscheiben,
weissen und grünen Spargelstücken aus der Region und Rahmsauce
begleitet. Spargel gab’s auch bei der
einen Hauptspeise, und zwar zusammen mit Liebstöckelcreme als
Füllung von etwas zu trockenen Kalbsfleischröllchen. Perfekt
dafür der Frühlingszwiebelrisotto zur gebratenen
Bodenseeforelle.
Als Pré-Dessert servierte der kompetene Chef de Service ein
kleines Caramelköpfli, dann folgte ein unglaublich aromatisches
Erdbeer-Millefeuille. Die junge Sommeliere in Ausbildung empfahl
uns zu jedem Gang einen offenen Wein, der überzeugte.
Wer übrigens von den hauchdünnen Schwiegermutterzungen
zum Apéro bis zu den hausgemachten Pralinen zum Kaffee alles
geniessen will, muss gelegentlich die Finger von den süchtig
machenden Brötchen lassen.
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